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Rasen nachsäen

Um eine dichte Rasenfläche zu erhalten, ist das gelegentliche Nachsäen notwendig. Wir zeigen dir, welche Unterschiede es dabei gibt und wie du jeweils vorgehst.

Aktualisiert: 01. April 2026 • Lesezeit: ~3 Minuten

Welche Rasenmischung zum Nachsäen?

Es gibt zwei verschiedene Arten des Nachsäens mit unterschiedlichen Empfehlungen für die Rasenmischung:

Lücken schließen durch punktuelle Nachsaat

Wenn der Rasen speziell an einer Stelle eine Lücke hat z.B. weil das Planschbecken zu lange an derselben Stelle stand oder er punktuell verbrannt ist, dann muss diese Stelle gezielt nachgesät werden.

→ Zum punktuellen Nachsäen kann entweder ein spezieller Nachsaat-Rasen oder alternativ eine normale Rasenmischung verwendet werden. Die Nachsaat-Mischung ist auf eine schnelle Keimung und Etablierung ausgelegt, sodass die Rasenfläche rasch wieder dicht ist. Bei anderen Rasenmischungen kann dies ggf. etwas länger dauern.

Flächiges Nachsäen zur Erhaltungspflege

Um ausgedünnte Stellen in der Rasenfläche wieder zuverlässig zu schließen und die Grasnarbe dicht zu halten, empfehlen wir den Rasen einmal im Jahr über die ganze Fläche nachzusäen. Der Profi sät meist sogar zweimal jährlich nach.

→ Zum flächigen Nachsäen empfehlen wir die jeweilige Rasenmischung zu verwenden, die ursprünglich gesät wurde bzw. die zu den Anforderungen an den Rasen passt. Also entsprechend einen Gebrauchsrasen, Sportrasen, Schattenrasen etc. So bleiben die Eigenschaften (z.B. Strapazierfähigkeit) der Rasenfläche über die Zeit erhalten.

Die beste Zeit zum Nachsäen

Idealerweise wird der Rasen im Frühjahr (April bis Mai) oder im Frühherbst (September bis Mitte Oktober) nachgesät. Wähle dafür einen trockenen und windstillen Tag. Wie bei der Rasen-Neuanlage, sind auch bei der Nachsaat zwei Faktoren entscheidend für den Erfolg:

  • Bodentemperatur von mindestens 8°C
  • Die Fläche während Keimphase (2-3 Wochen) durchgehend feucht halten

Unter 8°C keimen nicht alle Gräserarten, sodass die verschiedenen Rasengräser nur begrenzt oder gar nicht etabliert werden können.

Eine Nachsaat ist grundsätzlich auch im Sommer möglich, erfordert jedoch eine intensive Bewässerung.

Rasen nachsäen – Schritt für Schritt Anleitung

Auch beim Vorgehen gibt es leichte Unterschiede, je nachdem ob du gezielt Lücken nachsäst oder eine flächige Nachsaat vornimmst:

Punktuelles Nachsäen von Lücken im Rasen

Um punktuelle Lücken z.B. vom Planschbecken zu schließen, gehst du wie folgt vor:

  1. Kahle Stelle vorbereiten
    Entferne zunächst Unkraut, Steine, Moos und abgestorbenes Pflanzenmaterial von der Kahlstelle und lockere die Erde mit einem kleinen Grubber oder einer Harke etwas auf. 
  2. Rasensamen verteilen und andrücken
    Streue nun die Rasensamen gleichmäßig auf die vorbereitete Stelle. Du kannst sie anschließend mit einem Rechen leicht einarbeiten oder sie mit einer dünnen Schicht Erde oder Sand bedecken – das schützt die Samen vor dem Austrocknen. Anschließend wird alles leicht angedrückt, damit der Bodenschluss hergestellt wird – hierzu kannst du z. B. ein Brett oder Schuhe mit wenig Profil verwenden.
  3. Bewässern und feucht halten
    Die Fläche nun leicht gießen und über die nächsten 3 bis 4 Wochen konstant feucht halten. Die Keimlinge dürfen nicht austrocknen, da sie sonst absterben.
  4. Bei 8 bis 10 cm wieder mähen und erstmals düngen
    Die nachgesäte Fläche sollte zunächst nicht betreten werden, um die Keimlinge zu schonen. Erst wenn der nachgesäte Rasen 8 bis 10 cm hoch ist, kannst du ihn das erste Mal mähen (Schnitthöhe 6 bis 7 cm, unbedingt auf scharfe Messer achten) und mit einem stickstoffbetonten Dünger unterstützen – das fördert die Triebbildung.

Flächiges Nachsäen zur Erhaltungspflege

Um eine ausgedünnte Rasenfläche zu verbessern und wieder eine dichte Grasnarbe herzustellen, wird der Rasen folgendermaßen nachgesät:

  1. Tief mähen
    Mähe den Rasen auf einer Höhe von 3 bis 4 cm und entferne das Schnittgut vollständig.
  2. Vertikutieren und Unkräuter entfernen
    Anschließend vertikutierst du die Rasenfläche um Moos, Rasenfilz und Unkräuter zu entfernen. Den Boden mit dem Vertikutieren und Abrechen der Fläche leicht aufrauen. Wurzelunkräuter anschließend ausstechen.
  3. Rasensamen verteilen und andrücken
    Nun verteilst du Rasensamen auf der Fläche gleichmäßig – am besten mit einem Streuwagen in Quer- und Längsrichtung streuen. Je nachdem wie ausgedünnt der Rasen ist reicht eine Menge von 5 bis 15 g/m2. Damit die Rasensamen Bodenkontakt bekommen, werden sie idealerweise angedrückt – mit einer Walze, einem Brett, der Rückseite einer Schaufel oder festtreten.
  4. Bewässern und feucht halten
    Die Fläche nun leicht gießen und über die nächsten 3 bis 4 Wochen konstant feucht halten. Die Keimlinge dürfen nicht austrocknen, da sie sonst absterben.
  5. Den Rasen erstmals mähen und düngen
    Wenn die neuen Rasengräser eine Länge von 8 bis 10 cm erreicht haben, solltest du ihn das erste Mal auf 5 bis 6 cm mähen und erstmals düngen. Mähe danach mindestens einmal pro Woche, besser jeden zweiten oder dritten Tag – dadurch wird der Rasen schneller dicht. Die Schnitthöhe kann langsam heruntergesetzt werden.

FAQ - Häufige Fragen zum Rasen nachsäen

Wann ist die beste Zeit zum Rasen nachsäen?
Im Frühjahr (April bis Mai) und im Frühherbst (September bis Mitte Oktober). Entscheidend ist eine Bodentemperatur von mindestens 8°C, damit das Saatgut keimt, sowie ein ununterbrochenes Feuchthalten während der Keimphase.
Kann man Rasensamen einfach auf den Rasen streuen?
Ja und nein, man kann Rasensamen zwar in eine bestehende Rasenfläche säen, hierzu muss die Fläche jedoch entsprechend vorbereitet werden (kurz mähen, vertikutieren, Unkraut entfernen, Boden aufrauen). Danach kann Rasensaat ausgebracht werden. Anschließend muss die Fläche für 3 bis 4 Wochen feucht gehalten werden und darf erst ab einer Länge von 8 bis 10 cm wieder gemäht werden.
Wie oft sät man einen Rasen nach?
Einmal im Jahr. Für eine konstant dichte Grasnarbe und eine gute Unkrautverdrängung solltest du einmal jährlich den Rasen nachsäen. Profis säen sogar zweimal jährlich nach.
Wie lange sollte man keinen Rasen mähen nach der Nachsaat?
Bis der neue Rasen 8 bis 10 cm hoch ist. Das kann je nach Witterung 3 bis 4 Wochen dauern. Danach kann er auf 5 bis 6 cm gekürzt und danach wieder regelmäßig gemäht werden.