Rasen kalken
Damit dein Rasen im satten grün erstrahlt und dicht wächst, sind ideale Bodenbedingungen Voraussetzung. Insbesondere ein zu saurer Boden-pH-Wert ist häufig der Grund für einen geschwächten und von Moos und Unkraut durchsetzten Rasen. Der pH-Wert kann bei richtiger Anwendung mittels Kalk im Idealbereich stabilisiert werden, sodass der Rasen unter Optimalbedingungen wachsen kann. Wir zeigen dir genau, wie das geht und welche Fehler du vermeiden solltest.
Rasen kalken - das Wichtigste auf einen Blick
- Ziel: pH-Wert des Bodens stabiliseren für ideale Bedingungen für den Rasen - dabei Moosbildung und Unkraut vorbeugen
- Optimaler pH-Wert: 5,5 - 7, je nach Bodentyp
- Wann kalken? Frühjahr oder Herbst, nur wenn ein pH-Test einen zu niedrigen Wert feststellt
- Wetter: kein Frost, keine starke Sonneneinstrahlung, kein Regen
- Menge: 150-300 g/m2 - je nach Produktangaben und Bodentyp
- Wichtig: Nicht gleichzeitig mit Dünger ausbringen - 6 Wochen Abstand
Was bedeutet "Rasen kalken" und warum ist es wichtig?
Rasen gedeiht am besten in leicht saurer Erde - der pH-Wert sollte je nach Bodentyp zwischen 5,5 und 7 liegen. Ist der Boden zu sauer, wird die Nährstoffaufnahme der Gräser blockiert und dein Rasen hungert. Dann wird er anfällig für Unkraut und insbesondere Moos, das besonders gut auf sauren Böden wächst. Moos im Rasen ist daher ein Indikator für einen zu sauren Boden.
Durch das Einbringen von Kalk (meist Calciumcarbonat) wird die Säure neutralisiert und der pH-Wert angehoben. Das führt nicht nur zur verbesserten Nährstoffaufnahme der Rasengräser, sondern fördert gleichzeitig das Bodenleben und damit eine gute Bodenstruktur - deine Graspflanzen werden kräftiger und wachsen dichter. Aber: Nicht jeder Rasen benötigt Kalk - mehr dazu gleich.
Woran erkenne ich, dass mein Rasen Kalk benötigt?
Es gibt Indikatorpflanzen für sauren Boden - also Pflanzen, die besonders auf saurem Boden wachsen:
- Moos
- Sauerampfer
- kriechender Hahnefuß
- Stiefmütterchen
Allein am Auftreten von Moos im Rasen kann aber noch nicht auf den pH-Wert geschlossen werden, denn Moos wächst auch auf alkalischem Boden. Letztlich bringt nur ein pH-Test Gewissheit, ob dein Rasen Kalk benötigt. Einfache Tests sind für kleines Geld im Baumarkt erhältlich.
Wodurch werden Böden sauer?
Für die Versauerung des Bodens gibt es zwei Hauptursachen: Eintrag von Säure über den Regen und säurebildende Abbauprozesse im Boden.
Saurer Regen
Regen ist naturgemäß leicht sauer, da er mit dem Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre reagiert und sich Kohlensäure bildet, so liegt der pH-Wert des Regens normalerweise bei 5,6. Darüber hinaus kann sich weitere Säure darin anreichern wie Stickoxide und Schwefeldioxid aus den Emissionen von Fahrzeugen und Fabriken. So wird der Boden über die Zeit durch Niederschläge sauer.
Säurebildende Abbauprozesse in verdichteten Böden
Im Boden finden ständig Abbauprozesse durch Mikroorganismen statt. Laufen diese Prozesse unter Sauerstoffmangel (anaerob), entsteht dabei Säure. Vor allem verdichtete Böden haben einen geringen Sauerstoffgehalt, da hier der Luftaustausch zwischen Boden und Atmosphäre eingeschränkt ist.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Rasen kalken?
Am besten kalkst du deinen Rasen im Frühjahr (März / April) oder im Herbst (Oktober / November). Es sollte weder extrem heiß noch frostig kalt sein.
Achtung: Hitze und starke Sonne können in Kombination mit Kalk zu Verbrennungen der Gräser führen. Wähle daher einen bewölkten, windstillen Tag zum Ausbringen von Kalk.
Außerdem darf Kalk niemals gleichzeitig mit Dünger ausgebracht werden! Kalk und Dünger können ihre Wirklung gegenseitig aufheben, außerdem können unerwünschte chemische Reaktionen hervorgerufen werden, bei denen übelriechendes Ammoniak entsteht.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Rasen richtig kalken
Das benötigst du:
- pH-Bodentest
- Kalk
- Waage
- Handschuhe
- Streuwagen (optional)
1. Bodenanalyse durchführen
Miss zunächst den pH-Wert. Je nach Bodentyp sind folgende Werte ideal:
- sandige, leichte Böden: 5,5 bis 6
- schwere, lehmige Böden: 6,5 bis 7
Ist dein pH-Wert niedriger, ist das Kalken angebracht.
2. Rasenfläche vorbereiten
Mähe den Rasen kurz und entferne eventuelles Laub oder Schnittgut. Idealerweise wird der Rasen sogar vorher vertikutiert - so kann der Kalk bestmöglich an den Boden gelangen.
3. Kalkmenge bestimmen
Ermittle nun die benötigte Kalkmenge. Orientiere dich dabei an den Herstellerangaben auf der Packung. Als grober Richtwert gilt: auf Sandboden ca. 150-200 g/m2, auf Lehmboden ca. 250-300 g/m2.
Tipp: Markiere dir die Fläche in z.B. 1-m2-Segmente, um die Ausbringmenge gleichmäßig aufzuteilen.
4. Kalk ausbringen
Auf kleinen Rasenflächen kannst du den Kalk von Hand ausbringen. Verwende dabei Handschuhe und verteile den Kalk breitwürfig. Für große Flächen ist ein Streuwagen ideal. Achte darauf, möglichst alle Bereiche gleichmäßig abzudecken - Überlappungen und Lücken vermeiden.
5. Kalk einwässern
Damit sich der Kalk auflösen und in den Boden einwirken kann, benötigt er Wasser. Am besten übernimmt das der nächste Regen für dich (vorzugsweise sanfter Niederschlag statt Platzregen). Falls längere Trockenheit angesagt ist, solltest du den Rasen gründlich wässern, bis der Kalk gut eingewaschen ist.
6. Nachsorge und Wartezeit
Nach dem Kalken solltest du den Rasen erstmal in Ruhe lassen. Auf keinen Fall in den nächsten Wochen düngen - warte mindestens 2-3 Wochen, besser 6 Wochen, bis du wieder düngst. Auch intensive Belastung der Fläche sollte zunächst vermieden werden, bis der Kalk eingezogen ist.
Häufige Fehler
- Zu häufiges Kalken ohne Test: Manche meinen, man müsse den Rasen jedes Jahr kalken - das ist ein Irrtum. Zu häufiges Kalken kann den Boden "kippen", sodass er zu alkalisch wird und ungünstige Bedingungen für Rasengräser bietet. Mache lieber alle 2-3 Jahre einen pH-Test und kalke nur, wenn der Wert unter dem Idealbereich liegt.
- Kalk gleichzeitig mit Dünger ausbringen: Kalk und Dünger dürfen nicht gleichzeitig oder in kurzem zeitlichen Abstand ausgebracht werden. Ihre Wirkung hebt sich gegenseitig auf und sie können sogar miteinander chemisch reagieren, wobei unerwünschtes Ammoniak entsteht. Am besten zuerst kalken und frühestens 6 Wochen später düngen.
- Kalken zur falschen Zeit: Ein weiterer Fehler ist das Kalken bei ungeeignetem Wetter. Bei Frost kann Kalk nicht wirken. In praller Sonne und Hitze können die Rasengräser durch den Kalk verbrennen. Bei Regen verklumpt der Kalk und verteilt sich ungleichmäßig. Wähle daher einen milden, bedeckten, trockenen Tag zum Kalken.
- Falsche Kalkart verwenden: Verwende niemals ätzenden Branntkalk / Baukalk. Dieser Kalk ist hoch alkalisch und kann schwere Schäden an Pflanzen, Tieren und Menschen verursachen. Wähle stets Gartenkalk / Dolomitkalk, wie er für Rasen ausgeschrieben ist. Diese Produkte sind sicher in der Anwendung und genau für unseren Zweck gemacht.