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Rasen neu anlegen - Anleitung mit Tipps vom Profi

Wir führen dich Schritt für Schritt durch die Neuanlage einer Rasenfläche, geben dir dabei ein praxistaugliches und bewährtes Vorgehen an die Hand sowie Tipps, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest. So wird dein Rasen-Projekt ein Erfolgsprojekt.

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Wann ist eine Neuanlage sinnvoll?

Nach einem Neubau oder im Rahmen einer kompletten Gartenumgestaltung ist selbstverständlich auch die Neuanlage der Rasenfläche angebracht.

Die Neuanlage in einem älteren Garten sollte hingegen gut überlegt sein, insbesondere eine tiefgreifende Bodenbearbeitung durch Fräsen oder tiefes Umgraben. Diese Maßnahmen zerstören das Wurzelwerk von Sträuchern und Bäumen, die in die Rasenfläche hineinreichen. Hier sollte zunächst eine Renovation der Rasenfläche in Erwägung gezogen werden.

Planung & Vorbereitung

Die Phase von der Keimung bis zur Etablierung deines neuen Rasens ist am kritischsten für die Gräserpflanzen. Daher solltest du dafür sorgen, dass zu Beginn Optimalbedingungen herrschen. 

Der beste Zeitpunkt für die Rasenanlage

Ein neuer Rasen wird am besten im Frühjahr (April-Mai) oder im Spätsommer/Herbst (August-September) gesät. Die Bodentemperatur sollte dabei mindestens 8°C betragen. Der Hochsommer ist ungeeignet, da die Gefahr der Austrocknung zu groß ist. Mit der Bodenvorbereitung solltest du aber schon deutlich früher beginnen, damit sich der Boden ggf. noch setzen kann.

Bodenvorbereitung

Ziel bei der Bodenvorbereitung ist es, eine gelockerte, unkraut- und pflanzenfreie Fläche vorzubereiten mit optimalem pH-Wert und einem humusreichen, leicht sandigem Boden. 

Entferne als erstes ggf. die alte Grasnarbe und Unkraut von der Fläche. Vor dem nächsten Schritt solltest du den pH-Wert des Bodens testen. Bei leichten Böden sollte er zwischen 5,5 und 6 liegen, bei schweren Böden zwischen 6,5 und 7. Ist der pH-Wert zu niedrig bringst du entsprechend Kalk auf die Fläche aus. Achte auf einen hochwertigen kohlensauren Kalk mit guter Löslichkeit wie unseren Rasenkalk. Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der Bodenqualität ist es, in sehr schwere Böden Sand einzuarbeiten bzw. in sehr sandige Böden organisches Material wie Kompost oder andere Bodenverbesserer um die Wasserspeicherfähigkeit zu verbessern.

Anschließend sollte der Boden gelockert werden, idealerweise mit einer Motorfräse. In diesem Prozess wird ggf. ausgebrachter Kalk oder Sand direkt in den Boden eingearbeitet. Falls es sich bei dir um einen Neubau-Garten handelt, solltest du eine deutlich tiefere Lockerung mit Bagger vornehmen lassen. Durch die schweren Baumaschinen ist der Boden tiefgreifend verdichtet worden - hier werden es jegliche Pflanzen und Bäume in Zukunft schwer haben, da die Durchwurzelung schwierig ist und das Wasser nicht versickern kann.

Nach dem Lockern wird der Boden eingeebnet, z.B. mit einer großen Harke oder einem Rasenrakel und anschließend rückverfestigt, indem die Fläche gewalzt wird. Bei einer tiefen Lockerung mit einer Fräse kann man dem Boden am besten etwas Zeit zum Setzen geben (2-3 Wochen). In dieser Zeit sollte die Fläche von Unkraut freigehalten werden. Nach dem Rückverfestigen bzw. dem Setzenlassen die erneut aufgetretenen Unebenheiten ausgleichen.

Tipp: Die größeren Gartengeräte wie Motorfräse und Walze kann man in vielen Baumärkten ausleihen.

Rasen aussäen

Nun ist der Boden ideal vorbereitet, um das Saatgut auszubringen. Nutze dafür einen windstillen und trockenen Tag. Zum Verteilen gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Streuwagen (empfohlen): Mit einem Streuwagen kannst du das Saatgut sehr gut dosieren und gleichmäßig verteilen. Am besten befährst du die Fläche einmal in Längs- und einmal im Querrichtung, um Fehlstreuungen zu vermeiden.
  • Handstreuer / Kleinstreuer: Bei kleinen und vor allem verwinkelten Flächen sind Handstreuer sinnvoll, allerdings ist zu bedenken, dass bei einigen Modellen die Präzision eingeschränkt ist, sodass Saatgut teilweise in angrenzenden Beeten oder Pflasterflächen landet.
  • Ausbringen von Hand: Nicht empfohlen, da es sehr viel Übung für eine gleichmäßige Verteilung erfordert und in der Regel übermäßig viel Saatgut ausgebracht wird.

Im Anschluss wird das Saatgut leicht eingeharkt, 0,5 bis maximal 1 cm tief. Wir empfehlen das Einharken ausdrücklich - zwar wächst der Rasen auch, wenn das Saatgut direkt auf dem Boden liegt, jedoch ist die Gefahr der Austrocknung viel höher. Danach wird die Fläche nochmals gewalzt oder anders befestigt - das Ziel dabei ist Bodenschluss herzustellen, also den engen Kontakt zwischen Samen und Boden. Du kannst den Boden auch mit einer profilarmen Sohle festtreten oder andere Möglichkeiten nutzen.

Bewässerung & Düngung

Abschließend solltest du den Rasen bewässern und danach konstant in den oberen 2 cm feucht halten. Sobald das Saatgut einmal feucht geworden ist, beginnt die Keimung und die Samen dürfen nicht mehr austrocknen, sonst sterben sie unwiederbringlich ab. Um einzuschätzen, wie viel du zusätzlich zum Regen bewässern musst, hilft dir ein Regenmesser.

Halte die Fläche für mindestens 3-4 Wochen feucht. Eine Rasenmischung enthält stets mehrere Gräserarten, die jeweils unterschiedliche Keimdauer haben. So keimt Deutsches Weidelgras bereits nach 7-14 Tagen, während die Wiesenrispe je nach Sorte und Bedingungen bis zu 28 Tage benötigt. Dementsprechend muss die Feuchtigkeit solange aufrechterhalten werden, bis auch die langsameren Arten gekeimt sind, um später einen ansehnlichen und vielseitigen Rasen mit vorgesehener Belastbarkeit zu erhalten.

Wenn der Rasen mindestens 4 cm hoch ist, kannst du die Bewässerung umstellen auf alle 3-4 Tage. Bewässere nun durchdringend, damit der Rasen tiefere Wurzeln ausbildet. Nun ist auch der ideale Zeitpunkt für die erste leichte Dünung. Viele empfehlen bereits mit der Einsaat zu düngen, jedoch wird dann ein großer Teil des Düngers ausgewaschen. Besser ist jetzt zu düngen, wenn die Pflanzen den Dünger auch aufnehmen können. Du solltest mit ca. der Hälfte der vorgesehenen Menge andüngen, da die jungen Pflanzen sonst verbrennen können. Nutze am besten einen stickstoffbetonten Frühjahrsdünger

Mähen

Bei einer Rasenhöhe von 8-10 cm kannst du den Rasen zum ersten Mal mähen. Achte dabei auf besonders scharfe Messer am Rasenmäher, ansonsten verletzt du die Gräser zu sehr oder reißt sie sogar raus. Außerdem solltest du dich an der 1/3-Regel orientieren, die besagt, dass du maximal 1/3 der Pflanze kürzen solltest. Die erste Schnitthöhe sollte demnach bei 5-6 cm liegen. Ab jetzt kannst du regelmäßig mähen, das fördert die Narbendichte.